Workcamp Südafrika – Strandfontein

Vier Wochen Südafrika… was war das für eine aufregende Zeit für uns sechs. Die vier Wochen waren definitiv kein klassischer Urlaub, sondern etwas ganz Besonderes.

Während unseres Workcamps konnten wir die bunte Kultur Südafrikas hautnah erleben und für vier Wochen ein Teil ihrer Gemeinschaft sein. Wir nahmen Erfahrungen, Erlebnisse und viele schöne Erinnerungen mit nach Hause und konnten viel über das Leben in Südafrika lernen. Wenn ich die Zeit Revue passieren lasse, denke ich als erstes an die vielen liebevollen Menschen, die wir kennenlernen durften, an die spaßigen Abende mit unseren Gastfamilien, an die schöne Natur und ihre großen grauen Bewohner und an die vielen süßen Kinder im Projekt. Das Meer stets zur einen, die Berge zur anderen Seite und Cape Town fast vor der Haustür… das kann man nur lieben.

Die Gastfamilien und die Kolping Young Adults (kurz KYA), unsere Partnerorganisation, haben uns sehr herzlich in Empfang genommen. Ich fühlte mich in meiner Gastfamilie von Beginn an pudelwohl und gut umsorgt. Die KYA und die Gastfamilie pflegen eine sehr enge Zusammenarbeit und daher verbrachten wir alle viele schöne Abende miteinander. Wir machten zum Beispiel eine Weinprobe, aßen unseren ersten Gatsby, spielten alle einen ganzen Abend lang „Noot vir Noot“ (ein Spiel, bei dem man Lieder erraten muss), picknickten am Strand bei den Pinguinen, besuchten eine Vorstellung im Barnyard Theater und aßen superleckeren Fisch bei Kalkies bis wir kugelrund waren. Auch beim South African Evening gab es reichlich leckeres südafrikanisches Essen für uns zum Probieren und Joshua, einer der KYA, brachte uns einen typischen afrikanischen Tanz bei. Ganz schön anspruchsvoll. Die Wochenenden haben wir meistens genutzt, um uns Cape Town anzuschauen und Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Wir haben zum Beispiel den Tafelberg in Bestzeit erklommen, bei Sonnenuntergang eine Wanderung auf den Lion´s Head unternommen und uns im Botanischen Garten einigen Stunden entspannt, wo wir fast die Zeit vergessen hätten.

Uns wurde nie langweilig, denn die KYA und die Gastfamilien haben sich viel für uns einfallen lassen. Ja, wir haben viel erlebt und hatten ein straffes Programm, denn neben den ganzen Aktivitäten mit den Gastfamilien und den KYA waren wir tagsüber in unserem Projekt tätig. Unser Projekt für die drei Wochen betraf das Gerard`s EduCare Center, unter welchem man sich einen Kindergarten vorstellen kann, in dem Kinder im Alter zwischen einigen Monaten und fünf Jahren betreut werden. Das Team vom EduCare war sehr lieb, aufgeschlossen und gastfreundlich zu uns. Colleen, die Leiterin des EduCares war eine warmherzige Frau, die stets ein offenes Ohr für uns hatte, und die immer um unser Wohl und um das ihrer vielen kleinen Kinder bemüht war. Ihr Sohn Aaron war unsere helfende Hand, wenn wir mal nicht weiterwussten und hatte immer neue Ideen und Anregungen für uns. Und auch Collens Sohn Robby und ihre Enkelin Kaylee, die beide ebenfalls zum Team des EduCares gehören, haben wir während unserer Zeit ins Herz geschlossen.

Colleen gab uns die Möglichkeit, uns entweder in den Klassen zu integrieren und den Teachern dort zu assistieren oder handwerklich tätig zu werden. Wir entschieden uns für das handwerkliche Projekt, denn Colleen wünschte sich einen Permaculture Garden, in welchem die Kinder über verschiede Pflanzen Interessantes lernen können. Sie sollten die Möglichkeit haben, sich um das Gedeihen der Pflanzen mit zu kümmern und auch Früchte zu ernten. Besonders die verschiedenen Sinne der Kinder sollen angesprochen werden. Eine tolle Idee, fanden wir! Wir besuchten einen Permaculture Garden einer Schule in der Nähe, der ebenfalls von Freiwilligen gepflegt wurde, um uns Inspiration und hilfreiches Wissen zu holen.

 

Wir waren geflasht, jedoch wurde uns auch bewusst, dass dieses Projekt nicht in drei Wochen zu schaffen ist. Außerdem ist Wasserknappheit in der Kap-Region ein sehr aktuelles Problem, weshalb für die Errichtung eines solchen Gartens spezielle Jojo-Tanks benötigt werden, die das EduCare derzeit noch nicht besitzt. Mit Aaron und Colleen entschieden wir daher zusammen als ersten Schritt einen Outdoor Classroom zu errichten um welchen herum ein kleiner Garten angelegt werden kann. Er soll einen Schattenplatz bieten, um draußen im Grünen Unterricht abzuhalten. Als wir abreisten, standen das Grundgerüst und das Dach. Zudem war einiges an Dekoration, wie Traumfänger und Mobiles, gebastelt.

Da wir aus verschiedenen Gründen nicht jeden Tag am Outdoor Class Room arbeiten konnten, halfen wir auch in den Klassen mit. Besonders die Baby-Klasse hatte es einigen von uns sehr angetan. Wer findet Babys nicht super süß und könnte sie jeden Tag knuddeln? Auch in der Küche konnte unsere Hilfe, besonders in der Mittagszeit, gut gebraucht werden. Nicole und Lena kümmerten sich außerdem, um die Gestaltung eines neuen Flyers für das Gerard`s EduCare Center.

In der zweiten Woche lernten wir das AfterCare kennen, welches Aaron managt und welches glücklicherweise nur einen Katzensprung vom EduCare entfernt war, so dass wir dort ebenfalls mitwirken konnten. Unter dem AfterCare kann man sich eine Einrichtung zur Nachmittagsbetreuung von Kindern ab fünf Jahren nach der Schule vorstellen. Bis zu 40 Kinder kamen nachmittags ins AfterCare und die Teacher waren für unsere Unterstützung sehr dankbar und auch den Kindern merkte man an, dass sie sich über die neuen Gesichter freuten. Die Kinder waren sehr aufgeschlossen und kamen direkt auf uns zu. Es war zwar immer ein bisschen laut und chaotisch, aber wir hatten eine Menge Spaß und hatten die Kinder schnell ins Herz geschlossen. Es wurde viel zusammen gesungen, gelacht, getanzt, gemalt und ein Fußballturnier fand auch statt.

Nach drei erlebnisreichen Wochen im Projekt war es Zeit für unsere Reisewoche. Anders als zunächst von den Verantwortlichen vor Ort angedacht, haben wir die Planung und Organisation unserer Reisewoche selber in die Hand genommen. Wir hatten eine fantastische Zeit und die Tage vergingen definitiv viel zu schnell. Wir hatten uns einen Kleinbus gemietet und sind die ca. 300 km lange Garden Route an der Südküste entlanggefahren.

Die letzte Woche haben wir etwas ruhiger angehen lassen und die vielen Actionangebote, die es entlang der Garden Route gibt, wie Paragliding und Bungee Jumping, haben wir links liegen gelassen. Stattdessen haben wir Wanderungen sowie eine Kajaktour in den Nationalparks unternommen und schöne Küstenabschnitte und Meeresbuchten gesehen. Ein abschließendes Highlight war eine Safari im Addo Elephant Nationalpark. Die vielen grauen Riesen hautnah zu sehen, war einfach nur atemberaubend und Büffel, Zebras und Antilopen kreuzten auch immer wieder unseren Weg.

Zurück in Cape Town haben wir es uns am letzten Abend in der Surferbucht Muizenberg beim gemeinsamen Abendessen mit den Hosts nochmal gutgehen lassen. Es war schön, sich noch einmal vor unserer Heimreise wiederzusehen und in die Arme zu schließen. Es gab viel zu erzählen und zu lachen und auch die einen oder anderen Tränen sind zum Abschied geflossen. Das war jetzt die Kurzfassung unseres Workcamps. Ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber genug gebrabbelt.
Das war´s von mir. Ich hoffe, ihr habt einen guten Einblick erhalten, was wir so alles erlebt haben.

Eure Klara

(Teilnehmerin 2019)

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Betreuung von Kindern und Senioren

Am Rande der Millionenstadt Kapstadt liegt direkt am Meer der Projektort Strandfontein. Dort kannst du in verschiedenen Projekten…

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