Workcamp Nepal – Kathmandu

7:30, Zeit zum Aufstehen.

Ich hebe mich langsam aus meiner Matratze, reibe mir den Schlaf aus den Augen und krieche unter meinem Moskitonetz hervor. Draußen ist es schon seit Stunden taghell und laut, das ganze Dorf ist schon seit Stunden auf den Beinen. Für uns Europäer geht es jetzt zum Frühstück in das kleine Küchenhäuschen, wo wir vom Dorfkoch Krishna mit mangels Toaster in der Pfanne gebackenem Toastbrot und Tee verwöhnt werden.

Nachdem wir uns dann der Morgenhygiene gewidmet haben, die hier etwas primitiver ausfällt, geht es jetzt zusammen mit den Männern zur steilen Zufahrtsstraße des Dorfes. Diese wird jeden Tag durch den Monsun schwer geschädigt und muss in schwerster Kraftarbeit befahrbar gehalten werden. Hier verbringen wir den restlichen Morgen in der prallen nepalesischen Sonne und helfen tatkräftig mit. Mittags laufen wir zurück ins Dorf. Bei Krishna gibt es jetzt Dal-Bhat-Tarkari für uns, also Reis mit Linsensuppe und scharfes Curry. Und davon gigantische Mengen. Nach dem Essen wird sich ausgeruht, man läuft in das nahegelegene Städtchen, um Besorgungen zu machen, spielt mit den Kindern des Dorfes.

So oder so ähnlich sah ein typischer Tag während meiner vierwöchigen Nepalreise als Volontär bei Shanti Sewa Griha aus. Dieser deutsche Verein kümmert sich um notleidende, behinderte und leprakranke Menschen, die in der stark hinduistisch geprägten Gesellschaft des Landes keinen Platz haben. Neben dem Dorf, in dem wir die meiste Zeit verbrachten, unterhält Shanti unter anderem auch eine Klinik in der Hauptstadt und einen ökonomischen Landbaubetrieb. Der gemeinnützige Verein inanziert sich vor allem durch Spenden und durch die Beiträge der Volontäre, also Freiwilliger, die die soziale Arbeit Shantis unterstützen.

Als Volontär hat man bei Shanti ganz vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen, so konnten wir neben dem bereits Geschilderten uns unter anderem auch mit Behinderten beschäftigen, Klassenräume renovieren oder das Mobiliar der Klinik neu streichen. In der Freizeit hatten wir die Möglichkeit, bunte Tempel und historische Altstädte zu erkunden oder die atemberaubenden Landschaften Nepals zu durchwandern. So unternahmen wir beispielsweise eine viertägige Trekkingtour und sahen mehrere Achttausender.

An den Wochenenden machten wir Ausflüge an den Strand nach Tamarindo, in eine Tierauffangstation, zu einem Wasserfall in der Nähe von Cañas und zum Rio Celeste. Bevor wir in unsere Reisewoche aufbrachen, bereiteten wir als Dank für die herzliche Aufnahme und das super Essen auf der Lodge einen deutschen Abend vor, an dem es Flammkuchen und Kaiserschmarrn zu essen gab.

Vermittelt wurde diese vierwöchige Reise von den Kolping Jugendgemeinschaftsdiensten, die in aller Welt Partnerorganisationen wie Shanti haben und jedes Jahr eine Vielzahl solche Programme organisieren. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der „Urlaub” wie bei einer Pauschalreise, sondern der Kontakt zu den Einheimischen des Landes und der kulturelle Austausch.

Jedem, der daran interessiert ist, kann ich eine solche Reise nur empfehlen.

Teilnehmer_in 2012

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