Finca Longo Mai

Die Dorfgemeinschaft Sonador liegt im Süden von Costa Rica, circa dreieinhalb Busstunden von der Hauptstadt San José entfernt. Das Projekt wurde 1979 von der Europäischen Kooperative Longo Mai (daher auch der Name für die Finca Longo Mai) als Flüchtlingskooperative für Familien, die vor der Repression der Militärdiktaturen in Nicaragua und El Salvador fliehen mussten, gegründet. Nach dem Sieg der Sandinisten kehrten die meisten wieder in ihr Heimatland zurück. Zu Zeiten der Unruhen und des Bürgerkriegs in El Salvador, flohen viele Salvadorianerinnen und Salvadorianer nach Costa Rica und siedelten sich im Dorf an. Nach Beendigung des Bürgerkrieges blieben sie wegen der anhaltenden Spannungen im Heimatland in Longo Mai, wo sie bis heute wohnen. Außerdem siedelten sich in den letzten Jahren vermehrt landlose costa-ricanische Bauernfamilien, Indigene der Bribri und Cabecar und einige wenige Europäerinnen und Europäer an. Inzwischen leben circa 500 Menschen im Dorf.
 
Das Gebiet Longo Mai umfasst circa 900 Hektar, wobei die Hälfte aus geschütztem Regenwald besteht. Das Dorf hat eine eigene Grundschule mit Kindergarten, zwei Kirchen und drei Pulperías (Gemischtwarenläden). Von der vom Dorfkern aus circa 20 Minuten Fußweg entfernten Haltestelle am Dorfeingang, führen über die Interamericana Busverbindungen in alle Richtungen des Landes sowie der Nachbarländer. Das Land, das den meisten Familien neben Wohn- auch als Agrargrund dient, gehört der Asociación Longo Mai und wurde beziehungsweise wird den Menschen nach Bedarf zugesprochen. Sie haben das Recht, es zu bebauen und zu bestellen – ihr Eigentum wird es dabei nicht, sondern es bleibt in der Hand der Kooperative. Nach costaricanischem Recht geht ein Grundstück jedoch in Privatbesitz über, wenn man dort mindestens 15 Jahre lang wohnt.
Mehrheitlich werden Bohnen, verschiedenste Bananenarten, Yucca, Mais, Kräuter, Tomaten und anderes Gemüse zur Selbstversorgung angepflanzt. Dazu gehört auch die Haltung von Nutztieren wie Hühnern, Schweinen, Kühen etc. Die Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern und Kaffeeplantagen ist ferner Haupteinnahmequelle im Dorf.
 
Im Juni 2011 wurde die Kolpingsfamilie Longo Mai Camino de Amistad y Esperanza gegründet. Zu den Aktivitäten der Gruppe gehören Seniorennachmittage, Recyclingprojekte, Kinderkinos, Tanzabende oder Seminare mit staatlichen beziehungsweise parastaatlichen Organisationen, die in der Casa Verde stattfinden. Dieses Haus, das zudem als Treffpunkt für alle Treffen dient, hat die Gruppe mit Unterstützung von Spendengeldern aus Deutschland gebaut. Aktuell steht der Bau eines Parks mit Sportplatz im Vordergrund der Arbeit. Die Bewohner von Longo Mai freuen sich stets darauf, die Freiwilligen bei sich zu Hause aufzunehmen.

Mögliche Aufgaben der oder des Freiwilligen:

  • Nachhilfe sowie Mitorganisation und Durchführung von Sprachunterricht
  • Mitorganisation und Durchführung von Instrumentalunterricht
  • Arbeit in der Landwirtschaft: Kaffee pflücken, Gemüse setzen oder ernten, Zuckerrohr schneiden, etc.
  • Baumaufzucht beziehungsweise Biodüngererzeugung
  • Bauarbeiten
  • Unterstützung des Kinder- und Seniorennachmittags, weitere Kinderprojekte (zum Beispiel Theater)
  • künstlerische Arbeiten
  • aktive Teilnahme bei den Sitzungen der Dorfkomitees
  • Recyclingprojekt
  • Arbeit im Tourismus (zum Beispiel Begleitung bei Touren, gegebenenfalls Übersetzung, Postkarten, Informationsmaterial etc.)
  • Etablierung der Dorfzeitung Lora Mai beziehungsweise der Kinderausgabe Lorita Mai
  • Betrieb der Internetseite, Informationsmedien
  • Kooperation mit Circo Fantazztico
  • Observation beziehungsweise Mitarbeit im Biokorridor
  • Mitarbeit in Patenprogrammen (Stipendienprofile erstellen, Paten suchen etc.)
  • eigene Ideen, neue Projekte
  • der oder die Freiwillige muss von diesen Aufgaben selber viel durch Eigeninitiative organisieren
Unterkunft:

Die oder der Freiwillige wird in einer Gastfamilie entsprechend den lokalen Gegebenheiten mit allen Rechten und Pflichten (Mithilfe im Haushalt, Befolgung der Regeln der Familie) untergebracht und verpflegt.

Voraussetzungen:

  • Gute Spanischkenntnisse
  • Hohe Flexibilität, Kreativität, Anpassungsbereitschaft
  • Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein 


Costa Rica, Longo Mai, Freiwilligendienst
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